Ein Feierabend für engagierte und neugierige Frauen!


Am 8. März 2018 feierten Frauen in der ganzen Welt
den Internationalen Frauentag. In Hamburg feierten wir am
6. März 2018 ab 18 Uhr in der Handelskammer Hamburg.

Rund 750 Frauen trafen sich am 6. März 2018 zum Auftakt des Internationalen Frauentags 2018 in der Handelskammer Hamburg, um engagierte Frauen zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen, bestehende Kontakte zu intensivieren, Impulse zu geben, sich inspirieren zu lassen, ....
Der Landesfrauenrat Hamburg, Schöne Aussichten – Verband selbständiger Frauen, die Handelskammer Hamburg und die IHKs aus Lübeck und Stade hatten alle engagierten und neugierigen Frauen aus Norddeutschland zur großen Frauennetzwerkfeier „Frauen im Blick“ in die Handelskammer Hamburg eingeladen.


 Bildergalerie des Internationalen Frauentages 2018 in Hamburg

„Wir brauchen den Internationalen Frauentag, denn wir müssen darauf aufmerksam machen, dass die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern noch längst nicht erreicht ist, auch nicht in der Wirtschaft“, sagte Tobias Bergmann, Präses der Handels-kammer Hamburg in seiner Eröffnungsrede. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in Hamburger Unternehmen liege seit Jahren bei 25 Prozent und sei im vergangenen Jahr sogar um einen Prozentpunkt auf 24 Prozent gesunken. Deshalb gebe es noch viel zu tun. Die Handelskammer Hamburg sei, ebenso wie ihre Schwesterkam-mern in Lübeck und Stade, beim Thema „Frauen in der Wirtschaft“ sehr aktiv. „Ich halte diese Angebote für außerordentlich wichtig“, sagte Bergmann im Hinblick auf die Bemühungen, bei der Gleichstellung von Frauen und Männern einen großen Schritt voranzukommen.

„Frauen dürfen nichr aufhören, die gleichberechtigte Teilhabe einzufordern“

Wir Frauen dürfen nicht aufhören, unsere gleichberechtigte Teilhabe am wirtschaftlichen, politischen und sozialen Leben hier und weltweit so lange einzufordern, bis dieses Ziel erreicht ist“, betonte Cornelia Creischer, Vorsitzende des Landesfrauenrats Hamburg e.V, dem Dachverband von 62 Hamburger Frauenverbänden. Es seien hauptsächlich zwei Entwicklungen, die zu großen Umwälzungen führen können: die Digitalisierung und der Rechtspopulismus. „Diese riesige Herausforderung und Aufgabe können wir nur gemeinsam stemmen durch Netzwerke, Kooperationen, die Bildung von Bündnissen und mit starken Männern, die keine Angst haben, Macht mit Frauen zu teilen.“

Gemeinsam mit Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum, und Monika Borchert, Regionalvorstand „Schöne Aussichten“ – Verband Selbständiger Frauen e.V., eröffneten Bergmann und Creischer die Netzwerkmeile, auf der sich rund 30 Frauenverbände und -institutionen aus Hamburg und Umgebung präsentierten. Höhepunkt des Abends: Jana Schiedek, Staatsrätin der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, Prof. Dr. Gesa Ziemer, Vizepräsidentin Forschung und Professorin für Kulturtheorie an der HafenCity Universität Hamburg, Brigitte Huber, Chefredakteurin der BRIGITTE und Katja Brößling, Mit-Inhaberin des Online-Karrieremagazins SHE works!, diskutierten mit Moderatorin Anke Harnack, u.a. NDR 90,3 und Hamburg Journal, wie sie sich eine für Wirtschaft und Gesellschaft gute Zukunft vorstellen und was sie in Beruf und Ehrenamt bewegen, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

„Die Diskussion, ob es genügend qualifizierte Frauen gibt, ist einfach fehl am Platz“

"Der Frauenanteil in den Führungsetagen der öffentlichen Unternehmen ist in Hamburg seit 2012 von 17 auf 41 Prozent gestiegen. Damit haben wir vor allem eines gezeigt: Die ganze lange Diskussion, ob es genügend qualifizierte Frauen gibt, ist einfach fehl am Platz", sagte Jana Schiedek, Staatsrätin der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg. Ihre Motivation: "Trotz meines Lebenslaufs, in dem ich nie an eine gläserne Decke gestoßen bin, war ich doch immer davon überzeugt, dass es die gläserne Decke für Frauen gibt."

„Mit 50 oder 55 Jahren können Frauen noch einmal einen richtigen Karriereschub machen“

"Junge Frauen sind hoch motiviert und bringen häufig die besseren Leistungen. Da bleibt zum einen die Frage: "An welcher Stelle verlieren wir die Frauen in den Unternehmen und wie können wir das verhindern?“ sagte Brigitte Huber, Chefredakteurin der BRIGITTE. „Auf der anderen Seite wissen wir aus unseren Umfragen für die BRIGITTE, dass Frauen heute eine Karriere wollen, wie die Männer auch. Und wir sehen, dass Frauen, die sich in der Familienphase zurückgezogen haben, mit 50 oder 55 Jahren noch einmal einen richtigen Karriereschub machen können."

„Kinder sind noch immer ein echtes Karrierehemmnis“

„Für Alleinerziehende ist es in Deutschland immer noch Glückssache, einen familienfreundlichen Arbeitgeber zu finden, der überhaupt eine Einstellung erwägt. Ich selbst bin in der ehemaligen DDR mit einem ganz anderen Selbstverständnis groß geworden und war völlig geschockt, als mir klar wurde, dass Kinder ein echtes Karrierehemmnis sind“, beobachtet Katja Brößling, Mit-Inhaberin des Online-Karrieremagazins SHE works! Der Karriereknick komme in der Regel erst nach dem Studium zum Tragen, wenn die Frauen den Einstieg in eine Führungsposition suchen. „Erst da wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Thema. Jüngere Frauen können sich das gar nicht vorstellen und schauen einen mit ungläubigen, großen Augen an, wenn man davon erzählt. Deshalb halte ich unfassende Informationen über Rechte und Netzwerke für so wichtig.“

„Es ist ein Skandal, dass Mädchen in der Schule keine Datenkompetenz lernen“

"In der Schweiz, in der ich die längste Zeit meines Lebens verbracht habe, hat Teilzeitarbeit einen sehr guten Ruf. Mein Mann und ich konnten mal 80, mal 60, mal 70 Prozent arbeiten, je nachdem, was von der Familie her notwendig war. Ich verstehe nicht, was in Deutschland los ist, wo Frauen und auch Männer sich entscheiden müssen, ob sie Vollzeit arbeiten oder Halbzeit mit der Konsequenz, auf Karriere zu verzichten", betonte Prof. Dr. Gesa Ziemer, Vizepräsidentin Forschung und Professorin für Kulturtheorie an der HafenCity Universität Hamburg mit dem Forschungsschwerpunkt Digitalisierung der Stadt. Zum Thema Nachwuchsförderung ergänzte Ziemer: "Ich höre immer wieder junge Frauen, die sagen: ‚Geld ist mir nicht so wichtig, ich mache lieber etwas, das einen Sinn hat.‘ Dann sage ich: ‚Mach doch etwas mit Sinn und Geld.‘ " Es sei vor allem ein kulturelles Problem, dass sich nur wenige Mädchen für MINT-Berufe interessieren. "In den Schulen wird immer noch vermittelt, Mädchen könnten nicht so gut mit Zahlen umgehen. Wenn eine das dann doch kann, heißt es, ihr sei das Talent zufällig in den Schoß gefallen. Und das glauben die Mädchen dann." Kein Wunder deshalb, dass es beim weiblichen Nachwuchs ganz eng wird, sobald Technik ins Spiel kommt. „Dabei wird das Leben zunehmend aus Daten gestaltet“, ist Ziemer besorgt. „Es ist ein Skandal in Deutschland, dass Mädchen in der Schule keine Datenkompetenz lernen."


Das war das Programm 2018

18.00 Uhr Feierliche Eröffnung

Bis 19.30 Uhr Netzwerken
auf der Netzwerkmeile im Börsensaal,
Frauenverbände und -institutionen aus Hamburg und Umgebung stellen sich vor!

19.30 bis 20.30 Uhr Talkrunde
zum Thema "Frauen im Blick – Wir gestalten die Zukunft"
mit
Staatsrätin Jana Schiedek, Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg
Prof. Dr. Gesa Ziemer, Vizepräsidentin Forschung und Professorin für Kulturtheorie an der HafenCity Universität Hamburg,
Brigitte Huber, Chefredakteurin der BRIGITTE
Katja Brößling, Mit-Inhaberin von SHE works! – Das Wirtschafts- und Karrieremagazin für Frauen
Moderation: Anke Harnack, u.a. NDR 90,3, Hamburg Journal, ARD Brennpunkt, ARD-Morgenmagazin

20.30 bis 21.30 Uhr Netzwerken
auf der Netzwerkmeile im Börsensaal




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